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Arbeitsbericht


Der Kreuzsockel

Bericht von Viola Schöne, Stollberg
über die Neuarbeitung eines alten, stark verwitterten Stückes

Warum wurde der Kreuzsockel erneuert?
Durch Umwelteinflüsse hat sich die Substanz des Sandsteins verändert. Es hat sich eine schwarze Kruste - auch Patina genannt - gebildet, die den Kreuzsockel unschön aussehen lässt aber auch schützt. Der stark verwitterte Kreuzsockel verliert an seiner Stabilität und kann so zur Gefahr werden. Das daraufstehende Kreuz kann er nicht mehr tragen.

Wodurch könnte der Kreuzsockel verwittert sein?
Durch Frostsprengung:
Das in die Gesteinsporen eingedrungene Wasser gefriert bei Minusgraden. Da Eis ein ca. 9% höheres Volumen als Wasser besitzt, übt es einen großen Druck auf die Porenwand aus. Das Gestein zerfällt. Die Frostsprengung erhöht sich bei vielen aufeinander folgenden Frost-Tau-Wechseln.

Durch aggressive Stoffe im Regen (saurer Regen):
Saurer Regen entsteht durch die in die Atmosphäre gelangten Schadstoffe (wie Schwefeltrioxid, Chlorwasserstoff), die, mit Regenwasser reagiert, eine Säure bilden. Die Folgen bei Naturstein, das Bindemittel löst sich auf und wandelt sich in wasserlösliches Salz um. Dadurch kommt es bei Wasserverdunstung zur Salzsprengung. Durch sauren Regen entsteht aus dem Calcit im Sandstein Gips. Dieser löst sich leicht in Wasser und es kommt zur Krustenbildung.

Der Kreuzsockel

 

vorher

nachher

Arbeitsschritte

 

1. Den alten, stark verwitterten Kreuzsockel ausgemessen.

2. Werkstein (Reinhardsdorfer Sandstein) mit den Maßen ca. 50*40*60cm ausgesucht und auf Risse und Stiche mit Hilfe der Sicht- und Annässprobe geprüft.

3. Unterlager, wie eine Fläche am bruchrauen Werkstein gearbeitet (tiefsten Punkt ermittelt; alle vier Schläge gezogen; Fläche gespitzt, gezahnt und mit Scharriereisen abgetrieben) und davon die Widerlager (Vorder- und Rückfläche) abgewinkelt. Nun ist das Werkstück auf eine Tiefe von 36cm gearbeitet worden.

4. Eine Schablone von der freistehenden schenkelförmigen Platte angefertigt um somit den Winkel der beiden unteren Fasen anreißen zu können.

5. Fasen (Anschlüsse an weitere Giebelabdeckungen) gearbeitet.

6. Oberlager gearbeitet, indem ich die 46cm vom Unterlager hochgemessen habe.

7. Eine Schablone vom Grundriss der Vorderseite angefertigt.

8. Die Schablone auf Vorder- und Rückfläche des Werkstückes aufgelegt und angerissen.

9. Erste Seitenfläche, den Kopfteil und die eingezogene Kehle gearbeitet. Zweite Seitenfläche wie erste gearbeitet.

10. Die spitz zulaufenden, verspannten Flächen auf die eingezogene Kehle der beiden Seitenflächen gearbeitet.

11. Eine Schablone von der eingezogenen Kehle der Vorder- und Rückfläche angefertigt und auf die beiden Seiten des Werkstückes aufgelegt und angerissen. Die Schablone der schenkelförmigen Platte auf die freistehende Fläche der Vorder- und Rückfläche übertragen.

12. Den Kopfteil und die eingezogene Kehle wie bei den Seitenflächen gearbeitet.

13. Die spitz zulaufenden, verspannten Flächen auf die eingezogene Kehle der Vorder- und Rückfläche gearbeitet.

14. Die dreiecksförmige Fläche 4,5cm eingesetzt, sodass die schenkelförmige Platte auf Vorder- und Rückseite freisteht.


 

15. Wassernut, in Form einer eingesetzten Viertelkehle, am alten Stück abgemessen und unter die freistehende, schenkelförmige Platte des Werkstückes gearbeitet.

16. Zum Schluss noch die Kehle an die Unterseite des Kopfes gearbeitet.

17. Den neu entstandenen Kreuzsockel nass geschliffen.

Werkzeuge, die ich zum Bearbeiten des Kreuzsockels benötige:

Was muss man beim Arbeiten mit Naturstein beachten?

 

  • Immer Arbeitsschutzschuhe mit Stahlkappe und Stahlsohle tragen.
  • Immer Schutzbrille tragen.
  • Darauf achten, dass das Werkstück nicht kippelt oder runterfallen kann.
  • Niemals das Werkstück mit Schraubzwingen am Bock befestigen, da es sonst nicht frei schwingen kann.
  • Vor dem Abprellen immer einbeizen, um somit Ecken- und Kantenausbruch zu verhindern.
  • Bei quarzhaltigen Gesteinen immer Atemschutz oder Absauganlage benutzen.
  • Beim Bearbeiten des Naturstein mit Maschinen immer Gehörschutz tragen.
  • Bevor der Werkstein bearbeitet wird, sollte er zuerst auf Stiche und Risse untersucht werden.
  • Den Werkstein immer von außen nach innen bearbeiten.
  • Werkstück bruchsicher aufbänken, das heißt, Böcke niemals zu weit auseinander oder zu eng zusammen stellen.
  • Bleistiftstriche halten länger am Werkstück, wenn der Stein zuvor angenässt wurde.

Zeichnung